Nine Realms Gelato strain cannabis flower product on a table in the living room

Gelato Sorte: Wirkung, Abstammung und die Geschichte der Cookie Fam

Geschrieben von: Jans Beloglazovs

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Lesezeit 13 min

Gelato ist die Sorte, die sich im Sortenkatalog abzeichnete, nachdem die Dessert-Cookie-Ära an der Westküste ihren Höhepunkt erreicht hatte. Die Gelato-Sorte ist eine konkrete Kreuzung aus der Bay Area mit echter Züchtergeschichte – nicht bloß ein Marketingname – und sie ist bis heute der Maßstab, an dem sich die moderne Welle des Dessert-Cannabis messen lassen muss. Dieses Profil betrachtet die Pflanze und ihr Erbe gemeinsam, ordnet die umstrittenen Details ein und lässt überzogenes Marketing bewusst außen vor.

TL;DR: Gelato ist eine ausgewogene Hybridsorte, die um 2014 von Cookie Fam Genetics und Sherbinski in der Bay Area aus Thin Mint GSC und Sunset Sherbet gezüchtet wurde. Der THC-Gehalt liegt meist bei etwa 20 bis 25 %. Das Terpenprofil wird vor allem von Caryophyllen, Limonen und Linalool geprägt und sorgt für den cremigen, dessertartigen Duft, den der Name verspricht. Die Wirkung trifft ziemlich genau den Sweet Spot eines ausgewogenen Hybrids: entspannt, aber nicht „couchlocked“, klar im Kopf, aber nicht aufputschend, eher abendtauglich, ohne unmittelbar schläfrig zu machen. Der Phänotyp Gelato #33, auch „Larry Bird“ genannt, gilt als Urtyp. Danach folgten mehrere nummerierte Varianten und moderne Kreuzungen.

Was ist Gelato?

Gelato ist eine ausgewogene Hybridsorte aus der Bay Area, deren Entstehung um 2014 Cookie Fam Genetics und Sherbinski zugeschrieben wird. Die Kreuzung besteht aus Thin Mint GSC und Sunset Sherbet. Damit treffen auf der einen Seite der Girl-Scout-Cookies-Stammbaum und auf der anderen Seite Sherbinskis eigene Sherbet-Linie aufeinander. In kommerziellen Beschreibungen wird meist ein Verhältnis von etwa 55/45 zugunsten von Indica angegeben, auch wenn diese genaue Aufteilung nicht so belastbar ist, wie es Samenbanken oft darstellen. Wenn Sie sich unter „modernem Dessert-Cannabis“ etwas Süßes, Cremiges vorstellen, das gut in den Abend passt und trotzdem funktional bleibt, dann beschreiben Sie genau das Profil, das die Gelato-Linie entweder selbst geprägt, stark beeinflusst oder zum Maßstab gemacht hat.


Eigenschaft

Gelato

Typ

Ausgewogene Hybride (meist mit etwa 55/45 und leichter Indica-Tendenz angegeben)

THC

Meist etwa 20 bis 25 % (einige Phänotypen können höhere Werte erreichen)

CBD

Gering, in der Regel unter 1 %

Herkunft

Thin Mint GSC × Sunset Sherbet (Cookie Fam / Sherbinski, Bay Area, ca. 2014)

Dominante Terpene

Caryophyllen, Limonen, Linalool

Aroma

Süß, dessertartig, cremig, mit Zitrusakzent und dezenten Erdnoten

Wirkung

Entspannter Körper, ruhiger und zugleich beschwingter Geist, eher abendtauglich, aber nicht zwingend einschläfernd

Verstehen Sie diese Angaben als Spannen und nicht als exakte Laborwerte. Jede Ernte bringt Abweichungen mit sich, und die veröffentlichten Quellen stimmen nicht in allen Punkten vollständig überein.

Die Herkunft von Gelato: die „Cookie Fam“-Ära in der Bay Area

Die bekannteste Entstehungsgeschichte verortet Gelato um die Jahre 2013 und 2014 in San Francisco, im Umfeld einer Zusammenarbeit zwischen Sherbinski (Mario Guzman) und dem Kollektiv „Cookie Fam Genetics“. Cookie Fam hatte sich zuvor bereits mit „Girl Scout Cookies“ und deren verschiedenen Phänotypen einen Namen gemacht. Sherbinski arbeitete zu dieser Zeit an mehreren „Sherbet“-Kreuzungen. Aus genau dieser Überschneidung entstand Gelato.


Die Elternpflanzen waren „Thin Mint GSC“, ein Phänotyp von „Girl Scout Cookies“ mit ausgeprägter Minznote, und „Sunset Sherbet“, eine von Sherbinskis stabilisierten „Sherbet“-Linien. Aus dieser Kreuzung wurden mehrere Sämlinge ausgewählt und nummeriert. Der bekannteste davon, „Gelato #33“, erhielt den Spitznamen „Larry Bird“. Larry Bird trug bei den Boston Celtics die Rückennummer 33, und offenbar fand jemand im Raum diesen Witz besser als die Nummer selbst. Der Name blieb hängen.


Wer welchen Anteil am Erfolg für sich beanspruchen darf, gehört zu den umstrittenen Punkten dieser Geschichte. Manche Quellen schreiben Sherbinski den größeren Anteil zu, andere der „Cookie Fam“, die meisten nennen beide. Ohne den jeweils anderen hätte keiner von beiden genau diese Pflanze hervorgebracht. Deshalb ist es ehrlicher, auf diese Unschärfe hinzuweisen, statt so zu tun, als wäre die Lage eindeutiger, als sie tatsächlich ist.

Genetik und Abstammung von Gelato, Elternteil für Elternteil

Zwei Elternpflanzen. Und beide kommen im Aroma und in der Wirkung zum Vorschein, wenn man weiß, worauf man achten muss.


Thin Mint GSC liefert die Cookie-Note, die stabile Wirkungsbasis und einen großen Teil des ausgewogenen Hybridcharakters. Girl Scout Cookies war bereits berühmt, als sie in diese Kreuzung einging, und Thin Mint war dabei der Phänotyp mit dem klarsten Profil – eher minzig als teigig. Genau dadurch verhindert er, dass Gelato vollständig in reine Dessert-Süße abrutscht.


Sunset Sherbet bringt den Dessertduft ein. Diese Linie stammt aus Sherbinskis eigener Arbeit, ist süßer, deutlich zitrusbetonter und verbindet sich mit jener cremigen Note, die Gelato seinen Namen gegeben hat. Sherbet macht aus einer Cookie-Sorte gewissermaßen eine Eiscreme-Sorte.


Zusammen ergeben beide Elternsorten ein Profil, das keine von ihnen allein in dieser Form besitzt. Die Gelato-Sorte ist süßer als reine „Cookies“ und zugleich geerdeter als reines „Sherbet“.

Nine Realms Gelato-Sorte Blütenverpackungen auf einem Holztisch

  • Thin Mint GSC: Cookie-Charakter mit spürbarer Wirkstärke; sorgt für die echte Ausgewogenheit
  • Sunset Sherbet: die charakteristische süße Zitrus-Dessertnote, die der Sorte ihren Namen gegeben hat
  • „Cookie Fam“-Stammbaum: ein Züchterkollektiv mit nachweisbarer Erfolgsbilanz, keine zufällige Garagenkreuzung

Der Kontext der „Cookie Fam“ ist entscheidend. Er macht den Unterschied zwischen einer einzelnen Pflanze und einer Sorte mit echter Abstammungslinie aus. „Wedding Cake“, „Sunset Sherbet“, „GSC“ selbst und eine lange Reihe von Dessert-Sorten, die von Gelato abstammen, teilen nachvollziehbare genealogische Bezüge zu dieser Linie.

Die nummerierten Phänotypen: #33 (Larry Bird), #41, #43, #44, #45

Hier liegt der Punkt, den viele Gelato-Seiten falsch darstellen oder ganz auslassen. Die nummerierten Varianten sind nicht einfach Marketingbegriffe. Es handelt sich um ausgewählte Sämlinge aus derselben Kreuzung von Thin Mint GSC und Sunset Sherbet, die jeweils aufgezogen, bewertet und wegen bestimmter Merkmale behalten wurden. Unterschiedliche Phänotypen, dieselben Eltern.


  • Gelato #33 (Larry Bird): der Archetyp. Wenn eine Samenbank „Gelato“ ohne Nummer verkauft, beschreibt das Marketing meist stillschweigend genau diesen Phänotyp.
  • Gelato #41: tendiert stärker zur Indica und wird in Sherbinskis eigener Linie gelegentlich als „Bacio Gelato“ bezeichnet. Kräftigere körperliche Wirkung, süßeres Aroma.
  • Gelato #43: seltener und weniger kommerziell verbreitet; wird meist als etwas stärker sativabetont beschrieben.
  • Gelato #44 und #45: neuere nummerierte Selektionen, die sich noch stärker über moderne Sherbinski-Varianten definieren.

Wer die Unterschiede zwischen diesen Phänotypen mit allzu großer Sicherheit aufzählt, wiederholt meist nur die Beschreibungen von Samenbanken. Die nüchterne Version lautet: Es sind Geschwister, sie teilen die meisten Eigenschaften, die Gelato zu Gelato machen, und die Unterschiede sind real, aber deutlich kleiner, als das Marketing oft suggeriert.

Gelato anbauen: So sieht der Anbau aus

Dieser Abschnitt richtet sich an Züchter, nicht an Konsumenten. Die genannten Werte sollten daher eher als typische, von Züchtern angegebene Spannen verstanden werden und nicht als technische Daten. Gelato-Phänotypen werden sowohl indoor als auch outdoor angebaut, wobei der Indoor-Anbau häufiger gewählt wird, wenn das Terpenprofil möglichst nah am Referenzprofil der Pflanze bleiben soll.


Die Blütezeit liegt in der Regel bei etwa acht bis neun Wochen, wobei einzelne Phänotypen je nach Bedingungen und nummerierter Selektion im Zelt auch fast zehn Wochen benötigen können. Im Freiland fällt die Ernte in den meisten Klimazonen der nördlichen Hemisphäre damit ungefähr auf Ende September bis Mitte Oktober. Ohne Training wächst die Pflanze mäßig bis hoch und wird häufig mit deutlich über einem Meter angegeben; durch Topping und Low-Stress-Training lässt sie sich in einer üblichen Indoor-Anlage jedoch gut kontrollieren. Die Sunset-Sherbet-Genetik auf der mütterlichen Seite neigt in der Umstellung auf die Blüte zu einem leichten Stretch, den Züchter aus der Cookies-Familie wiedererkennen dürften.


Der Schwierigkeitsgrad liegt im mittleren Bereich. Gelato ist nicht die unkomplizierteste Sorte für Anfänger im Eigenanbau, vor allem weil in der Blütephase die Feuchtigkeit gut kontrolliert werden muss. Die dichten, harzreichen Blütenstände, die diese Pflanze so attraktiv machen, sind zugleich anfälliger für Knospenfäule, wenn die Luftzirkulation nicht stimmt. Düngung und Pflanzenführung spielen deshalb eine größere Rolle als bei robusteren, weniger empfindlichen Kreuzungen. Die Ertragserwartungen hängen stark von Phänotyp und Bedingungen ab; dichtere, trichomreiche Selektionen – wie jene hinter der Gelato-Sorte von Nine Realms – geben mitunter etwas Rohertrag zugunsten der Harzqualität ab.


Nichts davon ersetzt phänotyp-spezifische Hinweise des jeweiligen Züchters. Zwei unterschiedlich nummerierte Gelato-Selektionen im selben Zelt können sich so verschieden verhalten, dass ein Plan für die eine bei der anderen zu vorsichtig oder bereits zu weitgehend wäre.

Aroma und Geschmack der Gelato-Blüten

Öffnet man ein Glas Gelato, ist der erste Eindruck süß. Dahinter liegt eine cremige Note, eher Dessert als Frucht, dazu ein leichter Zitrusakzent und eine dezente erdige Basis, die verhindert, dass das Profil zu sehr nach Süßwarenladen wirkt. Der Rauch wirkt weich und rund, nicht scharf.


Im Vergleich zu benachbarten Dessert-Profilen bringt die Gelato-Sorte mehr Zitrus und mehr Lebendigkeit mit als viele andere. Blueberry bleibt fruchtbetont und eher eindimensional. Wedding Cake ist dichter und stärker von Vanillekuchen geprägt. Gelato liegt zwischen beiden: heller als Wedding Cake, reichhaltiger als Blueberry und mit einer cremigen Note, die den Vergleich mit Eiscreme tatsächlich verdient, statt ihn nur zu behaupten. Der Name ist kein reiner Marketing-Gag. Das Aroma spricht für sich.

Terpenprofil: Caryophyllen, Limonen, Linalool

Drei Terpene prägen die Gelato-Sorte besonders deutlich, und genau ihre Kombination macht den Unterschied.


Caryophyllen sorgt für die pfeffrige, beruhigende Note und für jene erdende Schwere, die verhindert, dass der Rauch zu leicht wirkt. Limonen liefert den zitrusartigen Kick und erklärt, warum sich die Gelato-Sorte selbst bei körperlicher Wirkung noch hell und klar anfühlt. Linalool wiederum bringt die blumige Komponente und die sanft beruhigende Wirkung ein; es ist das Terpen, das man auch aus dem Duft von Lavendel kennt, und hier erfüllt es eine ähnliche Funktion.


Zusammen erklären diese Terpene, warum Gelato so wirkt, wie sie wirkt: süß, aber geerdet; aufhellend, aber ruhig; abendtauglich, aber nicht zwingend schläfrig. Viele schwerere Hybride werden von Myrcen dominiert und wirken deshalb deutlich sedierender. Gelato geht einen anderen Weg. Die Terpenmischung sorgt dafür, dass die Pflanze am Abend präsent bleibt, ohne einen sofort auf dem Sofa festzunageln.


Sind Sie neu im Thema Terpene? Unser Terpen-Leitfaden erklärt, welche Wirkung die einzelnen Terpene typischerweise haben.

Wirkung: Wie sich Gelato tatsächlich anfühlt

Die Gelato-Sorte wirkt nicht so aufrüttelnd wie eine Haze und lässt einen auch nicht so tief absinken wie eine Kush. Sie liegt ziemlich genau dazwischen.


Der Wirkungseintritt ist eher gleichmäßig und zeigt sich meist fünf bis zehn Minuten nach dem Inhalieren. Zuerst hebt sich der Geist leicht, bevor sich der Körper spürbar beruhigt. Anfangs entsteht ein ruhiger, beschwingter Zustand: keine rasenden Gedanken, keine starke Zerstreutheit, eher so, als würde der innere Lärmpegel um zwanzig Prozent sinken. Danach folgt die körperliche Entspannung – langsam statt schwer – und bleibt angenehm im Hintergrund. Es ist genau diese abendliche Mischung, mit der man weiterhin ein Gespräch führen kann.


  • Einsetzen: ausgewogen, nach etwa 5 bis 10 Minuten, kein plötzliches Überrollen
  • Geist: ruhig und beschwingt, gesellig, leicht kreativ, ohne überdreht zu wirken
  • Körper: entspannt, aber weiter funktionsfähig, kein klassischer „Couchlock“
  • Wirkungsdauer: 2 bis 4 Stunden Plateau, danach ein angenehmes Ausklingen
  • Am besten geeignet für: gesellige Abende, kreative Arbeit mit geringer Reizintensität und Entspannung, ohne direkt einzuschlafen
eine Packung Nine Realms Gelato-Blüte auf einem grauen Notizbuch

Bei höheren Dosen verschiebt sich das Gleichgewicht stärker in Richtung Indica, und der Körper tritt deutlicher in den Vordergrund. Wer einen geselligen Abend mit Lesen, Musik oder Gespräch statt eines einschläfernden Erlebnisses sucht, bleibt besser bei einer moderaten Dosis. Die eigentliche Stärke von Gelato liegt genau zwischen diesen beiden Extremen.

Auszeichnungen und kulturelles Erbe

Die Gelato-Sorte erzielte Mitte der 2010er Jahre zahlreiche Platzierungen beim High Times Cannabis Cup und beim Emerald Cup, besonders häufig zwischen 2013 und 2018 in Wettbewerben der Bay Area. Vor allem dem Phänotyp Gelato #41 (Bacio Gelato) wird ein erster Platz in der Indica-Kategorie zugeschrieben. Gelato wurde 2018 außerdem zur ersten „Leafly Strain of the Year“ gekürt. Konkrete Jahreszahlen und Kategorien werden von Quelle zu Quelle leicht unterschiedlich wiedergegeben; deshalb ist es sauberer, auf diese Unstimmigkeiten hinzuweisen, statt eine einzelne Zahl künstlich zu glätten.


Unbestritten ist jedoch der Einfluss. Sherbinski wurde durch diese Linie zu einer bekannten Marke, und die moderne Welle der Dessert-Sorten, die in der zweiten Hälfte der 2010er Jahre die Sortimente für den Freizeitgebrauch eroberte, führt einen großen Teil ihrer DNA entweder direkt auf Gelato oder auf nahe Verwandte zurück. Wedding Cake, Zkittlez, Runtz, Ice Cream Cake und viele weitere Kreuzungen mit Namen aus der Dessertwelt verdanken dieser Pflanze etwas. Einige sind buchstäblich ihre Nachkommen. Andere sind Reaktionen auf das, was Gelato ausgelöst hat. Sie ist ein Maßstab – so wie Jack Herer für Sativas oder Northern Lights für Indicas. Ein anderes Jahrzehnt, dieselbe Rolle.

Gelato in Deutschland: die medizinische Brücke

Gelato-Genetik taucht auch in zugelassenen deutschen medizinischen Cannabissorten auf, manchmal unter dem Namen Gelato und manchmal unter phänotyp-spezifischen Bezeichnungen, die derselben Abstammungslinie zugeordnet werden können. Patienten kann Cannabis im Rahmen von „Cannabis auf Rezept“ verschrieben werden; anschließend kann eine bestimmte Sorte über eine Apotheke bezogen werden. Apothekenware wird nach pharmazeutischen Standards geprüft und gekennzeichnet, was häufig konservativere THC-Werte und ein engeres Terpenspektrum bedeutet als bei Phänotypen aus Samenbank-Beschreibungen.


Der praktische Ablauf ist grundsätzlich verständlich, auch wenn die Formalitäten nicht immer sofort erledigt sind. Ein Arzt untersucht den Patienten und stellt gegebenenfalls ein Rezept im Rahmen von „Cannabis auf Rezept“ aus. Darin kann entweder eine bestimmte Sorte oder ein THC-Bereich angegeben sein, den die Apotheke erfüllen kann. Das Rezept wird anschließend an eine Apotheke weitergeleitet, die medizinisches Cannabis abgeben darf; diese bezieht die Sorte über ihr eigenes Lieferantennetzwerk und hält nicht automatisch jede Sorte auf Anfrage vorrätig. Konkrete Markennamen vermeiden wir hier bewusst: Welche Sorte aus der Gelato-Linie eine bestimmte Apotheke tatsächlich beschaffen kann, ändert sich je nach Lieferkette von Monat zu Monat, sodass eine Sorte in diesem Quartal verfügbar sein kann und im nächsten schon nicht mehr.


Wenn Sie sich über Gelato für medizinische Zwecke informieren, ist die Apotheken-Sorte die richtige Referenz, nicht die Variante aus dem Freizeitkontext. Die Verfügbarkeit schwankt je nach Lieferkette.

Verwendungsmöglichkeiten von Gelato

Blüten stehen im Vordergrund. Die Gelato-Sorte lässt sich klassisch im Joint rauchen und eignet sich gut für Trockenkräuter-Vaporizer, in denen das Trio aus Caryophyllen, Limonen und Linalool bei moderaten Temperaturen ausgewogen bleibt. Bei etwa 180 bis 190 °C kommt die zitrische Note besonders gut zur Geltung, ohne die blumige Linalool-Komponente zu überdecken.


Nine Realms führt einen spezifischen Gelato-Phänotyp: Gelato X 40. Diese Variante stabilisiert die Genetik der klassischen Gelato-Sorte über eine trichomreichere Elternpflanze (X 40), erhöht dadurch die Harzdichte und hält das Terpenprofil zugleich nah an der Referenzpflanze.


  • Joints und reine Blüten: das klassische Format, für das die Pflanze ursprünglich gezüchtet wurde
  • Verdampfen von getrocknetem Kraut bei 180 bis 190 °C: bewahrt das Zusammenspiel von Caryophyllen, Limonen und Linalool
  • Gelato X 40: der spezifische Phänotyp, den Nine Realms führt – eine trichomreiche Variante der klassischen Linie

Ein Blick von Nine Realms auf Gelato

Eine gute Sortenbeschreibung vermittelt, wie sich eine Pflanze anfühlt. Eine noch bessere erklärt, warum das überhaupt relevant ist. Gelato ist wichtig, weil sie nicht einfach nur eine weitere süße Hybridsorte war. Sie war die Pflanze, die definierte, was eine süße Hybridsorte sein kann, und über ein Jahrzehnt hinweg haben neue „Dessert“-Sorten versucht, denselben Maßstab zu erreichen. Die meisten haben das nicht geschafft. Wenn Sie eine ausgewogene, abendtaugliche Hybridsorte suchen, ist der Phänotyp Gelato X 40 unsere entsprechende Variante, und im breiteren Blütensortiment finden Sie die benachbarten Profile.


Gelato ist außerdem keine neue Ergänzung des Nine-Realms-Sortiments. Gelato X 40 gehört seit Jahren zu unseren meistverkauften Blüten und hat sich aus demselben Grund dort gehalten, aus dem die Sorte ihren Ruf aufgebaut hat: Sie bietet das ausgewogene, dessertartige Profil, wegen dem Menschen Ernte für Ernte wiederkommen. Unsere Sorte ist in der Variante T9HC erhältlich – dem legalen Cannabinoid, das Nine Realms als vorschriftsmäßige Alternative zu THC verwendet. Dadurch verfügt die Pflanze über dieselbe Genetik und dieselbe Terpen-Signatur wie oben beschrieben, ohne gegen deutsches oder EU-Cannabisrecht zu verstoßen.

Fazit

Gelato hat sich bewährt, weil sie zwei Dinge zugleich leistet. Sie ist eine gut gezüchtete Sorte mit echter Züchtergeschichte und zugleich ein Maßstab, an dem sich die gesamte moderne Welle des Dessert-Cannabis messen lassen muss. Betrachtet man die Pflanze selbst, erhält man eine ausgewogene Hybride, deren Abendprofil klüger und differenzierter wirkt als das vieler Nachfolger. Betrachtet man den Namen, sieht man ein Stück Cannabisgeschichte, das den Sortenkatalog der 2010er Jahre still und leise neu geprägt hat.

„Jede Dessert-Sorte seit Gelato ist entweder ein Nachkomme oder eine Reaktion darauf – meistens beides.“

FAQ

Was ist Gelato-Cannabis?

Gelato ist eine ausgewogene Hybrid-Cannabissorte, die um 2014 von Cookie Fam Genetics und Sherbinski in der Bay Area aus Thin Mint GSC und Sunset Sherbet gezüchtet wurde. Sie ist die Sorte, auf die sich viele moderne Dessert-Cannabis-Genetiken zurückführen lassen. Der Phänotyp Gelato #33, auch „Larry Bird“ genannt, gilt als Archetyp und ist meist das, was Samenbanken meinen, wenn sie schlicht „Gelato“ verkaufen.

Ist Gelato Indica oder Sativa?

Gelato ist eine ausgewogene Hybridsorte, deren Verhältnis meist mit etwa 55/45 und einer leichten Tendenz zur Indica angegeben wird. Die Wirkung liegt im mittleren Bereich: ein ruhiger, aber beschwingter Geist, ein entspannter und dennoch funktionsfähiger Körper, eher auf den Abend ausgerichtet, ohne sofort Schlaf auszulösen. Damit unterscheidet sie sich sowohl von einer kräftigen Indica wie Northern Lights als auch von einer belebenden Sativa wie Jack Herer. Diese Sorte sitzt ziemlich genau dazwischen.

Was bedeutet „Gelato #33“ und wer ist Larry Bird?

Gelato #33 ist einer der nummerierten Sämling-Phänotypen, die aus der ursprünglichen Kreuzung von Thin Mint GSC und Sunset Sherbet ausgewählt wurden. Er gilt als Archetyp und Bezugspunkt – also als die Sorte, die Samenbanken in der Regel verkaufen, wenn auf dem Etikett nur „Gelato“ steht. Larry Bird ist der Spitzname dieses Phänotyps, angelehnt an den Basketballspieler der Boston Celtics, der die Trikotnummer 33 trug. Der Scherz setzte sich durch und wurde schließlich zum Markenzeichen.

Nine Realms CEO und Blog-Autor Jans Beloglazovs

Autor: Jans Beloglazovs

Aus Europas striktem Cannabis-Umfeld kommend, ist Jan durch umfangreiche Erfahrung im Cannabis-Business und ein feines Gespür für die sich wandelnden Trends in Europa zu einer bekannten Figur der europäischen Cannabis-Branche geworden. Als Mitbegründer der Cannabis-Marke Nine Realms nutzt er seine Expertise, um sich für eine fortschrittliche Cannabis-Politik einzusetzen und ein breites Publikum aufzuklären.

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