Ist „Wake and Bake“ wirklich verbreitet?
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„Wake and Bake" klingt oft eher wie ein Cannabis-Witz – eine Redewendung, die man beiläufig in den Raum wirft, ohne jemals zu überprüfen, ob dieses Cannabis-Ritual tatsächlich regelmäßig praktiziert wird. Tatsächlich wurde genau diese Frage in einer weltweiten Umfrage gestellt. Kein Scherz. Und die Antwort fällt etwas anders aus, als Sie vielleicht erwarten würden.
Inhaltsverzeichnis
TL;DR: „Wake and Bake" bedeutet, innerhalb der ersten Stunde nach dem Aufstehen Cannabis zu konsumieren – und zwar so regelmäßig, dass daraus ein festes Morgenritual wird. Der Ausdruck selbst ist seit 1987 belegt, die Gewohnheit dahinter ist jedoch schon Jahrzehnte älter. Eine Umfrage aus dem Jahr 2017 unter fast 70.000 Cannabiskonsumenten ergab außerdem, dass nahezu jeder Fünfte regelmäßig morgens einen Joint raucht oder eine Bong benutzt.
„Wake and Bake" bezeichnet den Konsum von Cannabis innerhalb der ersten Stunde nach dem Aufstehen, also noch vor dem Kaffee, vor dem Frühstück und manchmal sogar, bevor man überhaupt das Bett verlassen hat. Gemeint ist weniger ein einzelner gemütlicher Morgen als vielmehr eine feste Routine, nach der man seinen Tagesbeginn ausrichtet – ähnlich wie andere ihren Morgen um einen Espresso oder eine Runde um den Block herum planen. Auf dem Papier klingt das zunächst ziemlich einfach.
Im Namen steckt ein kleines Wortspiel – und das ist durchaus beabsichtigt. „Baked" ist im Englischen Slang für „high", und der Klang des Ausdrucks lehnt sich höchstwahrscheinlich an „Shake and Bake" an – jene Fertigmischung zum Panieren, die schon jahrzehntelang in amerikanischen Küchenschränken stand, bevor jemand sie mit Cannabis in Verbindung brachte. Wer auch immer den Begriff geprägt hat, hatte offenbar genauso viel Freude an dem Wortwitz wie an dem Ritual, das er beschreibt.
Entscheidend ist dabei die Regelmäßigkeit, nicht der einzelne Konsum am Morgen. Viele Menschen haben schon einmal früh am Tag Cannabis konsumiert – etwa im Urlaub oder an einem entspannten Sonntag –, ohne dass dies viel über ihre üblichen Gewohnheiten aussagt. Der Begriff bezeichnet Menschen, die dies Morgen für Morgen tun, ähnlich wie „Nachtschwärmer" ein wiederkehrendes Muster beschreibt und nicht bloß eine einzelne lange Nacht, die man zufällig einmal erlebt hat.
Merriam-Webster zufolge ist die erste dokumentierte Verwendung von „Wake and Bake" auf das Jahr 1987 datiert. Die Praxis selbst ist jedoch deutlich älter und lässt sich grob bis in die Gegenkultur der 1960er- und 1970er-Jahre zurückverfolgen – lange bevor sich jemand die Mühe machte, ihr einen festen Namen zu geben. In den späten 1980er-Jahren und im Laufe der 1990er-Jahre verbreitete sich der Ausdruck in der Kifferkultur, in der Musik und in der Comedy-Szene, bis er zu einem jener Begriffe wurde, die fast jeder kennt, selbst Menschen, die in ihrem Leben noch nie Cannabis konsumiert haben.
Diese zeitliche Lücke zwischen der Praxis und ihrer Bezeichnung ist durchaus bemerkenswert, besonders wenn Sie bisher angenommen haben, der Begriff sei genauso alt wie die Gewohnheit selbst. Ein großer Teil der Cannabiskultur entwickelt sich auf genau diese Weise: Ein bestimmtes Verhalten existiert jahrelang, manchmal sogar jahrzehntelang, eher im Verborgenen, und ein griffiger Name entsteht erst dann, wenn genügend Menschen eine Kurzform dafür brauchen. Gab es das Cannabis-Ritual also schon, bevor jemand ein Wort dafür hatte? Ganz eindeutig: ja, und zwar bereits seit Jahrzehnten. Meist holt die Sprache die Gewohnheit erst später ein, nicht umgekehrt.
Viele Artikel über „Wake and Bake" zucken an dieser Stelle sinnbildlich nur mit den Schultern und springen direkt zu einer Sortenliste, statt sich der Frage zu widmen, wegen der Sie vermutlich hier sind. Im Rahmen der Global Drug Survey 2017, einer der weltweit größten jährlich durchgeführten Umfragen zum Drogenkonsum, wurden Cannabiskonsumenten direkt gefragt, wie schnell sie nach dem Aufwachen üblicherweise konsumieren. Fast 70.000 Menschen aus rund 50 Ländern beantworteten diese Frage offen, eine ausgesprochen große Stichprobe für ein Thema, zu dem sich die meisten Menschen öffentlich eher selten bekennen.
Die Vereinigten Staaten lagen an der Spitze. 21,9 % der amerikanischen Cannabiskonsumenten gaben an, bereits innerhalb einer Stunde nach dem Aufwachen zu konsumieren. Das entspricht ungefähr jedem Fünften, ein Anteil, der groß genug ist, um zumindest Rückschlüsse auf die Verbreitung innerhalb der Konsumkultur zuzulassen.
Land |
Anteil mit Cannabiskonsum innerhalb einer Stunde nach dem Aufwachen |
Vereinigte Staaten |
21,9 % |
Mexiko |
18,4 % |
Griechenland |
15,9 % |
Kanada |
14,9 % |
Brasilien |
14,3 % |
Kaum ein deutscher Cannabis-Beitrag, der dieses Thema behandelt, nennt tatsächlich eine konkrete Zahl. Die meisten Artikel schreiben lediglich „Manche Menschen machen das" und lassen die eigentliche Antwort damit offen, obwohl es eine echte, zitierfähige Angabe gibt, die sich mit einer einzigen Suche finden lässt. Erzählt die Zahl aus einem einzelnen Land bereits die ganze Geschichte? Kaum. Mexiko, Griechenland, Kanada und Brasilien liegen jedoch ebenfalls in einem ähnlichen Bereich, vom mittleren Zehnerbereich bis knapp über zwanzig Prozent. Wer also vermutet hätte, „Wake and Bake" sei vor allem eine amerikanische Besonderheit, wird durch den Rest der Tabelle eines Besseren belehrt.
Fragt man Menschen, die dieses Ritual regelmäßig pflegen, lassen sich ihre Gründe relativ klar zusammenfassen. Entspannung vor einem anstrengenden Tag, meistens. Oder ein Schub an Konzentration und Kreativität, bevor die eigentliche Morgenroutine beginnt. Manchmal ist die Erklärung noch einfacher: eine Vorliebe für einen entspannten Start in den Tag (fragen Sie einen Barista, der seine eigene Version dieses Rituals zelebriert, nur eben ohne Cannabis). Manche vergleichen es direkt mit dem morgendlichen Kaffee, eine kleine, bewusste Veränderung der ersten Stunde, bevor der restliche Tag Fahrt aufnimmt.
Einige Menschen verweisen dabei auf Anandamid, eine körpereigene, cannabinoidähnliche Verbindung, die mit der Stimmung in Zusammenhang steht und sich vermutlich im Einklang mit dem zirkadianen Rhythmus des Körpers verändert, als Teil der Erklärung dafür, warum sich eine morgendliche Session Berichten zufolge anders anfühlt als eine abendliche. Verändert das Wissen über diese chemischen Zusammenhänge das eigentliche Gefühl? Wahrscheinlich kaum, die meisten Menschen könnten nicht erklären, was Anandamid ist, und pflegen das Ritual trotzdem. Nichts davon ist als therapeutische Aussage zu verstehen. Es beschreibt lediglich, wofür sich Menschen nach eigenen Angaben entscheiden, und nicht etwas, das nachweislich bestimmte Beschwerden behandelt oder behebt.
Das deutsche Cannabisrecht unterscheidet nicht danach, zu welcher Tageszeit Cannabis konsumiert wird. Ob morgens oder abends, spielt rechtlich grundsätzlich keine Rolle. Für persönlichen Besitz und privaten Anbau gelten unabhängig vom Konsumzeitpunkt dieselben Vorgaben des Cannabisgesetzes von 2024 einschließlich späterer Änderungen. Wenn Sie bei den konkreten Grenzwerten oder Regelungen an Ihrem Wohnort unsicher sind, sollten Sie diese anhand einer aktuellen Rechtsquelle prüfen, statt davon auszugehen, dass ein Lifestyle-Artikel wie dieser sämtliche Einzelheiten zuverlässig abdeckt.
Wenn Sie aus diesem Artikel nur eine Erkenntnis mitnehmen, dann diese: Nicht jedes Produkt eignet sich für eine morgendliche Session, und die meisten Produkte wurden ohnehin nicht speziell für dieses Ritual entwickelt. Unsere LIGHT-Cannabis-Produktreihe ist die, auf die wir an dieser Stelle wirklich hinweisen möchten.
Niedriger dosiert als andere Produkte, gerade stark genug für die gewünschte Stimmungsaufhellung, ohne in ein High zu geraten, das den Morgen beendet, anstatt ihn zu begleiten. Sie bleiben alltagstauglich, kommen gut durch den Tag und bleiben ein produktives Mitglied der Gesellschaft.
Genau darum geht es. Die Lücke zwischen dem, was Menschen bei einem Begriff wie „Wake and Bake" vermuten, und dem, was eine echte Umfrage tatsächlich ergeben hat, ist letztlich der Grund, warum dieser Beitrag überhaupt entstanden ist.
Hinter dem „Wake and Bake"-Ritual stehen nicht nur ein bekannter Begriff, sondern auch konkrete Zahlen, näher an jedem Fünften Cannabiskonsumenten, als Sie vermutlich vermutet hätten. Der Ausdruck ist jünger als die Gewohnheit, die er beschreibt. Und die Datenlage ist deutlich konkreter, als viele Artikel vor ihrer Veröffentlichung offenbar überprüfen (Kaffeetrinker dürfen sich an dieser Stelle ruhig angesprochen fühlen).
„Ein Morgenritual bleibt ein Morgenritual, ganz gleich, ob es um Kaffee, eine Laufrunde oder etwas von dem guten Zeug geht."
Damit ist gemeint, innerhalb der ersten Stunde nach dem Aufwachen Cannabis zu konsumieren, und zwar so regelmäßig, dass daraus eine feste tägliche Routine wird. Der Ausdruck ist erstmals für das Jahr 1987 in gedruckter Form belegt.
Für die Toleranzentwicklung gelten ähnliche Überlegungen wie bei jeder anderen täglichen Konsumgewohnheit. Eine Studie ergab, dass Menschen, die morgens Cannabis konsumierten, einen höheren täglichen Konsum und stärkere Entzugserscheinungen angaben als Personen, die erst am Abend konsumierten. Deshalb lohnt es sich, die eigene Gewohnheit ehrlich und aufmerksam zu betrachten.
Laut der Global Drug Survey von 2017 gaben 21,9 % der amerikanischen Cannabiskonsumenten an, bereits innerhalb einer Stunde nach dem Aufwachen zu konsumieren, der höchste Wert unter den befragten Ländern. Dahinter folgten Mexiko mit 18,4 % und Griechenland mit 15,9 %.
Merriam-Webster datiert die erste dokumentierte Verwendung auf das Jahr 1987, höchstwahrscheinlich ein Wortspiel mit „Shake and Bake". Die Praxis selbst ist jedoch älter und lässt sich grob bis in die Gegenkultur der 1960er- und 1970er-Jahre zurückverfolgen, also mehrere Jahrzehnte, bevor sie einen festen Namen erhielt.